Offizielles Gutachten zur Kraft-Wärme-Kopplung liegt vor

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) schreibt eine Überprüfung der Förderung aufgrund der gemachten Erfahrungen vor, um eine stillschweigende Verstetigung dieser Subvention zu verhindern. Diese Evaluierung steht jetzt an. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat das zu diesem Zweck erstellte Gutachten kürzlich veröffentlicht.

Ausbauziele werden verfehlt

Bis zum Jahr 2020 sollte gemäß der ursprünglichen Planung der Anteil der KWK an der Gesamtstromerzeugung auf 25 Prozent gesteigert werden. Dieses Ziel wird voraussichtlich deutlich verfehlt werden. Gegenwärtig liegt dieser Anteil nur leicht über 16 Prozent. Das Gutachten prognostiziert für die nächsten Jahre eine Stagnation auf dem gegenwärtigen Niveau. Rund ein Drittel der KWK-Anlagen entfallen auf die Industrie. Investitionen in neue Anlagen lohnen sich für Großbetriebe oft nicht mehr, weil die Kosten für externe Stromlieferungen dafür zu niedrig sind. Dazu tragen die seit Jahren sinkenden Strompreise an der Börse ebenso bei wie die Industrieprivilegien im EEG. Rund die Hälfte der KWK-Kapazität wird von öffentlichen Großversorgern betrieben. Auch hier stagniert der Ausbau, weil derzeit Stromerzeugungskapazitäten eher vom Markt genommen als zugebaut werden. Dabei ist die aktuelle Entscheidung des Wirtschaftsministeriums, alte Kohlekraftwerke länger laufen zu lassen, in dem Gutachten noch gar nicht berücksichtigt. Der Markt für Großanlagen scheint daher wenig Wachstumspotenzial zu bergen, zumindest unter den derzeitigen Förderbedingungen. Das Marktsegment der privaten Kleinanlagen ist mit etwas mehr als zehn Prozent zu klein, um die Gesamtbilanz merklich zu verbessern. Hinzu kommt, dass sich auch hier die Rahmenbedingungen eher verschlechtert haben. Insbesondere die auch für Mini-BHKW geltende Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage wirkt sich negativ aus. Auch die Zusammenfassung aller Anlagen mit einer Leistung bis 50 Kilowatt in einer Förderklasse sorgt dafür, dass private Kleinanlagen kaum noch wirtschaftlich betrieben werden können, weil die Anschaffungskosten pro Kilowatt bei kleinen BHKW deutlich höher sind.

Weiterer Ausbau wir empfohlen

Das Gutachten empfiehlt, längerfristig den Ausbau der KWK wieder zu forcieren. Neben Wind und Sonne wird auch eine nicht fluktuierende Stromquelle benötigt, um Schwankungen der Einspeisung kompensieren zu können. KWK-Anlagen bieten sich als frei regelbare Stromerzeuger zu diesem Zweck an. Dies umso mehr, da erst kürzlich die Zusammenschaltung zahlreicher Kleinanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk erfolgreich demonstriert werden konnte. Die Kraft-Wärme-Kopplung eignet sich zu diesem Zweck auch deswegen sehr gut, weil während der Einspeisemaxima der Photovoltaik und der Windkraft auch der Bedarf an Fernwärme besonders niedrig ist. Im Fall der Photovoltaik ist der Zusammenhang offensichtlich. Bei der Windkraft ist dieser Zusammenhang nicht ganz so offensichtlich, aber statistisch ebenfalls gut belegt. Im Ergebnis bedeutet das, dass Strom und Wärme aus Blockheizkraftwerken meist gleichzeitig benötigt werden.

Bild: BHKW-Infozentrum

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