BHKW-Anbieter mit Problemen

Vielen Herstellern von Mini- und Mikro-Blockheizkraftwerken droht derzeit das Aus. Mit Intelli, Ceramic Fuel Cells und Simple Energy mussten in den letzten Wochen gleich drei bekannte Unternehmen der Branche Insolvenz beantragen. Schon im Dezember musste der Hersteller Proenvis denselben Weg gehen. Auch die SEVA Energie AG, ein Anbieter größerer Biogas Blockheizkraftwerke, musste bereits Ende 2014 Insolvenz anmelden.

Kein einheitliches Bild

Die Situation erinnert ein wenig an den Zusammenbruch der Photovoltaikbranche in Deutschland vor wenigen Jahren. Dennoch sind beide Entwicklungen kaum miteinander zu vergleichen. Die Hersteller von Photovoltaikmodulen hatten alle mit demselben Problem zu kämpfen, nämlich der übermächtigen Billigkonkurrenz aus Asien. Die Schwierigkeiten, mit denen sich die BHKW-Anbieter konfrontiert sehen, sind hingegen von Fall zu Fall höchst verschieden. Bei Proenvis setzte der Abwärtstrend schon 2012 ein, als sich auf einschlägigen Internetseiten viele Kritiker zu Wort meldeten, die Zweifel an der Zuverlässigkeit des Mikro-BHKW Primus 1.4 äußerten. Schon kurz darauf musste der wichtigste Vertriebspartner des Unternehmens Insolvenz anmelden. Gänzlich anders gelagert sind die Probleme von Simple Energy. Hier gab es keine Hinweise auf ernste wirtschaftliche Probleme, bis kurzfristig ein wichtiger Investor absprang. Die zu große Abhängigkeit von einem Investor mag ein Managementproblem sein, aber zugleich wird hier auch ein Grundproblem der Branche deutlich. Die Entwicklung neuer Produkte erfordert hohe Investitionen und einige Jahre Zeit. Angesichts der ständigen Reformen des EEG und des KWK-Gesetzes können Unternehmen beim Projektstart kaum absehen, wie die staatliche Förderung wohl aussehen mag, wenn das neue Produkt auf den Markt gebracht werden kann. Ähnliche Erfahrungen musste auch SEVA Energie machen. Biogas-Blockheizkraftwerke standen bei der Politik lange hoch im Kurs, bis sich diese Position plötzlich radikal änderte. Dem Unternehmen wurde die ins EEG aufgenommene Deckelung von Biogasanlagen auf 100 Megawatt pro Jahr zum Verhängnis. Gänzlich anders stellt sich die Situation bei Ceramic Fuel Cells dar. Hier war die Insolvenz der australischen Muttergesellschaft der Auslöser für das Insolvenzverfahren der deutschen Tochtergesellschaft.

Absatzrückgang im Jahr 2014

Insgesamt ist der deutsche Markt für Mini- und Mikro-BHKW im Jahr 2014 zwar geschrumpft, aber nicht dramatisch eingebrochen. Es wurden etwa 6300 neue Anlagen installiert, was einem Rückgang um rund acht Prozent gegenüber 2013 entspricht. Im Bereich der Mikro-BHKW mit einer elektrischen Leistung von maximal zehn Kilowatt betrug der Rückgang etwa sechs Prozent. Anfang 2015 wurden die Fördersätze für diese Kleinanlagen deutlich erhöht, während die Förderung für Anlagen mit einer elektrischen Leistung von mehr als zehn Kilowatt stark reduziert wurde. Allgemein wird daher mit einer Verlagerung der Nachfrage zugunsten kleinerer BHKW gerechnet.

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