Absenkung des KWK-Index erwartet

Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen spüren die Entwicklung der Strompreise unmittelbar. Anders als für Solar- oder Windstrom wird für Strom aus Blockheizkraftwerken regelmäßig keine feste Einspeisevergütung gezahlt. Stattdessen setzt sich die Vergütung pro Kilowattstunde zusammen aus einem festen KWK-Zuschlag und dem Durchschnittspreis, der für Strom im vorherigen Quartal an der Strombörse bezahlt wurde. Dabei wird ausschließlich der Preis für Grundlaststrom zur Berechnung herangezogen. Dessen Durchschnittspreis während eines Quartals wird als KWK-Index oder auch als EEX-Baseload bezeichnet und bestimmt maßgeblich die Vergütung im nächsten Quartal. Gegenwärtig befindet sich der KWK-Index in einem dramatischen Sinkflug, was die Rentabilität der KWK-Anlagen ab dem 01. Juli massiv gefährdet.

Deutlicher Rückgang des KWK-Index steht bevor

Angefangen hatte das Jahr aus Sicht der Betreiber von KWK-Anlagen noch recht zufriedenstellend. Im ersten Quartal 2013 betrug der KWK-Index 4,227 Cent pro Kilowattstunde, was zum 01. April noch zu einer geringfügigen Steigerung der Vergütung führte. Im zweiten Quartal sank der KWK-Index jedoch deutlich, er wird voraussichtlich zwischen 3,3 und 3,5 Cent pro Kilowattstunde liegen. Damit wird die Vergütung für Strom aus KWK-Anlagen zum 01. Juli voraussichtlich um 0,8 Cent oder sogar noch mehr sinken. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Am 21. Juni kam es beispielsweise zu einem dramatischen Einbruch des Strompreises, Grundlaststrom für den Folgetag wurde zu einem Preis von 1,592 Cent pro Kilowattstunde gehandelt. Gegenüber dem Vortag bedeutete das einen Preiseinbruch um 48 Prozent. Der 22. Juni war ein Samstag, weswegen auch der geringere Strombedarf an Wochenenden zu diesem Rekord beitrug. Die 1,592 Cent sind also weit davon entfernt, ein repräsentativer Durchschnittswert zu sein. Aber sie zeigen, dass heute Preise denkbar sind, die noch vor wenigen Monaten als unvorstellbar galten.

Rasante Entwicklung

Wie schnell diese Entwicklung vonstatten geht, macht ein Blick in die jüngste Vergangenheit deutlich. Am 12. April war es noch eine Meldung wert, dass erstmals kurzfristig die Marke von vier Cent unterschritten wurde. Heute rechnet man mit einem Durchschnittspreis zwischen 3,3 und 3,5 Cent für das gesamte zweite Quartal. Ärgerlich für die Betreiber privater BHKW ist, dass sie als Stromkunden von den fallenden Börsenpreisen ebenso wenig profitieren wie sonstige Privatkunden. Das tun nur diejenigen, die ihren Strom direkt an der Börse kaufen und überdies von der EEG-Umlage befreit sind.

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