KWK-Markt in Europa im Aufwind

Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan prognostiziert ein lang anhaltendes Wachstum des europäischen Marktes für KWK-Anlagen. KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) stellt eine wesentliche Komponente der europäischen Strategie zur Verringerung des Bedarfs an Rohstoffen dar. Die Grundidee dieser Technologie besteht darin, auch die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme zu Heizzwecken nutzbar zu machen. So kann der Wirkungsgrad von Kraftwerken entscheidend gesteigert werden. Kraft-Wärme-Kopplung kommt sowohl in der industriellen Stromerzeugung in Großkraftwerken zum Einsatz als auch im privaten Bereich. Die Nutzung in privaten Haushalten und in Kleinunternehmen mittels so genannter Mini-Blockheizkraftwerke wird in Deutschland durch eine Wiederaufnahme der unterbrochenen staatlichen Förderung gegenwärtig vorangetrieben.

Positive Prognose aufgrund staatlicher Förderung

Im Jahr 2011 belief sich der Umsatz der europäischen Anbieter von KWK-Technologie auf 548 Millionen Euro. Frost & Sullivan prognostiziert ein erhebliches Wachstum dieses Marktes, bis zum Jahr 2018 soll der Umsatz auf mehr als 670 Millionen Euro anwachsen. Maßgeblich für dieses Wachstum wird gemäß dieser Prognose eine staatliche Förderung sein, deren Grundsätze in den Förderrichtlinien der EU bereits festgeschrieben sind. Die Umsetzung dieser Richtlinie in den nationalen Gesetzgebungen der Mitgliedsstaaten ist bereits recht weit fortgeschritten. Große Volkswirtschaften wie Deutschland, Italien und Spanien haben entsprechende nationale Regelungen schon implementiert. So strebt beispielsweise Deutschland eine Verdoppelung des KWK-Anteils an der Energieerzeugung bis zum Jahr 2020 an. Ohne entsprechende öffentliche Förderung wären diese Ziele kaum erreichbar. KWK erfordert relativ hohe Anfangsinvestitionen, die Amortisationszeit kann bis zu sieben Jahre betragen.

KWK ist eine wichtige Komponente der Energiewende

Die Architektur des Stromnetzes setzt grundlastfähige Großkraftwerke voraus, die unabhängig von Wettereinflüssen zuverlässig Strom in großen Mengen liefern können. Ob das langfristig so bleiben muss, ist umstritten. Theoretisch kann die Grundlast auch durch eine Vielzahl intelligent vernetzter Kleinkraftwerke geliefert werden. Unumstritten ist jedoch, dass eine solche Umstellung – wenn überhaupt – nur langfristig möglich ist und die kurzfristigen Klimaziele bis 2020 daher mit der bestehenden Netzarchitektur erreicht werden müssen. Dabei kommt der Kraft-Wärme-Kopplung entscheidende Bedeutung zu, weil sie auch geeignet ist, den Wirkungsgrad von wetterunabhängigen Großkraftwerken entscheiden zu verbessern. Die optimistische Einschätzung von Frost & Sullivan bezüglich der Zukunft der staatlichen Förderung ist also durchaus berechtigt, da KWK politisch unumstritten ist. Sowohl die Befürworter einer Dezentralisierung der Stromversorgung setzen auf diese Technologie (Stichwort Mini-BHKW), als auch die Befürworter einer im Wesentlichen auf zentralen Großkraftwerken basierenden Stromversorgung.