Noch keine aussagekräftigen Zahlen zur Wirkung der KWK-Novelle

Am 19.07.2012 trat die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes in Kraft, die einige Verbesserungen der Förderung mit sich brachte. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass insbesondere Investitionsentscheidungen für größere Anlagen eine gewisse Vorlaufzeit benötigen und es deswegen zu früh sei, jetzt schon eine Bilanz ziehen zu wollen. Dass die Regierung dennoch bereits jetzt erste Zahlen veröffentlicht, ist auf eine Anfrage einiger Abgeordneten der Fraktion der Grünen zurückzuführen.

Die Zahlen im Detail

In der Leistungsklasse bis 50 Kilowatt elektrischer Leistung wurden im Zeitraum vom 19. Juli bis zum 20. November 935 Anlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von elf Megawatt in Betrieb genommen. Ebenfalls elf Megawatt wurden in der Leistungsklasse von 50 bis 250 Kilowatt zugebaut, die sich auf 75 Anlagen verteilen. Deutlich mehr Leistung liefern die neu installierten Großanlagen. Zugebaut wurden 50 Anlagen mit einer Leistung zwischen 250 Kilowatt und zwei Megawatt, die insgesamt über eine elektrische Leistung von 40 Megawatt verfügen. Sechs noch größere Anlagen stellen eine Gesamtleistung von 54 Megawatt bereit. Insgesamt sind keine signifikanten Änderungen gegenüber dem Vorjahr festzustellen.

Die KWK-Novelle 2012

Die Intention der Gesetzesnovelle bestand und besteht weiterhin darin, den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung zu beschleunigen. Anders als beispielsweise die Einspeisevergütung für Photovoltaik Anlagen wurde der KWK-Zuschlag erhöht, und zwar um 0,3 Cent pro Kilowattstunde. Da KWK Anlagen frei regelbar sind, können sie einen Beitrag zur Kompensation der Leistungsschwankungen der Windenergie und der Photovoltaik leisten. Die Gesamtvergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde setzt sich aus dem üblichen Strompreis und dem KWK-Zuschlag zusammen. Hinzu kommt noch ein weiterer Zuschlag für die Netzkosten, die durch die dezentrale Einspeisung vermieden werden. Insgesamt ist die Vergütung damit durchaus attraktiv. Für Kleinanlagen traten darüber hinaus noch weitere Verbesserungen in Kraft. Die zuvor nur für Anlagen bis zehn Kilowatt mögliche vereinfachte Anmeldung ist jetzt für Anlagen bis 50 Kilowatt möglich und erspart den Betreibern das Antragsverfahren beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Noch einfacher wurde das Verfahren für kleine Privatanlagen mit einer Leistung bis zwei Kilowatt in der KWK-Novelle 2012 geregelt: Der Betreiber kann sich den KWK-Zuschlag für 30.000 Betriebsstunden pauschal direkt bei der Antragstellung auszahlen lassen. Insgesamt sind die Förderbedingungen also deutlich attraktiver geworden.

Bidquelle: Franko30

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KWK-Gesetz