Berlin startet interaktiven KWK-Atlas

In Berlin ist ein interaktiver KWK-Atlas online gegangen, der langfristig eine möglichst vollständige Übersicht über die in Berlin betriebenen KWK-Anlagen geben soll. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt, an dem neben der Berliner Energieagentur auch die GASAG, Vattenfall und die Senatsverwaltung beteiligt sind. Insgesamt sind in Berlin bereits mehr als 600 solcher Anlagen in Betrieb. Die interaktive Karte findet sich unter www.stadtentwicklung.berlin.de.

Nachahmer erwünscht!

Ziel des Projekts ist es, durch die Darstellung erfolgreicher Projekte aus der Praxis zur weiteren Verbreitung von KWK-Anlagen beizutragen. Zu diesem Zweck werden in der interaktiven Karte zu jeder Anlage zahlreiche Informationen bereitgestellt. Dazu zählen die elektrische Leistung der Anlage, die thermische Leistung sowie der jährliche Stromertrag. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, direkt mit dem Betreiber per E-Mail in Kontakt zu treten. Bislang sind in der Karte nur Blockheizkraftwerke der drei Betreiber Vattenfall, GASAG und Berliner Energieagentur aufgeführt. Private Anlagenbetreiber werden gebeten, ihre Anlage ebenfalls einzutragen.

Erhebliche Verminderung der CO2-Emissionen

Zu jedem BHKW ist ebenfalls aufgeführt, in welchem Umfang sie zur Reduzierung der Emissionen von CO2 beiträgt. Insgesamt sparen die bis heute im KWK-Atlas aufgeführten Anlagen jährlich 11.717 Tonnen CO2 ein. Die Gesamteinsparungen in Berlin sind deutlich höher, da bislang längst nicht alle KWK-Anlagen erfasst wurden. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die nicht näher erläuterte Angabe zu den prozentualen CO2-Einsparungen durch jede Anlage. Zahlreiche Anlagen erreichen dort Werte von deutlich über 100 Prozent. Momentaner Spitzenreiter ist die KWK-Anlage der Feuerwache Katzengraben, deren CO2-Einsparung 181,9 Prozent betragen soll. Des Rätsels Lösung liegt vermutlich in der gewissermaßen als Nebeneffekt gesteigerten Effizienz der an die Anlage gekoppelten Heizung. Diese steigt nicht nur deswegen, weil zusammen mit der KWK-Anlage oft auch ein neuer Heizkessel installiert wird. Hinzu kommt auch, dass durch die Wärme des BHKW die Heizung im Sommer im Regelfall nicht zur Warmwasserbereitung benötigt wird. Das ständige kurzfristige Einschalten der Heizung im Sommer ist ineffizient, seine Vermeidung trägt daher zusätzlich zur Reduktion der Emissionen bei.

Verdoppelung des Stromanteils aus KWK-Anlagen wird angestrebt

Im Jahr 2020 soll die Kraft-Wärme-Kopplung 25 Prozent zur gesamten Stromerzeugung beitragen. Gegenüber dem heutigen Stand entspräche das nahezu einer Verdoppelung. Ein so hoher Anteil wird angestrebt, weil es sich um eine frei regelbare Technologie handelt, die Leistungsschwankungen der Solar- und der Windenergie kurzfristig ausgleichen kann. Die Förderung solcher Blockheizkraftwerke wurde daher im letzten Jahr deutlich attraktiver gestaltet. Wie viel der KWK-Atlas zum Ausbau beitragen kann, bleibt abzuwarten.

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