KWK-Index / EEX-Baseload

Der KWK-Index spielt für die Vergütung des eingespeisten Stroms eines Blockheizkraftwerks eine entscheidende Rolle. Dieser Index beschreibt den üblichen Marktpreis und wird vierteljährlich aktualisiert. Die Gesamtvergütung setzt sich zusammen aus dem fixen KWK-Zuschlag und dem variablen KWK-Index.

Vorbemerkungen zur Förderung von KWK-Anlagen

Im Folgenden wird die Vergütung von Strom aus KWK-Anlagen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-Gesetz) dargestellt. Die meisten KWK-Anlagen werden nach diesem Gesetz gefördert, es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme: Wenn das BHKW nachwachsende Rohstoffe als Brennstoff nutz, kann sich der Betreiber alternativ zur Vergütung nach dem KWK-Index für eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz entscheiden. Wenn diese Möglichkeit besteht, ist das EEG in praktisch jedem Fall die lukrativere Alternative. Ebenfalls nur kurz erwähnt sei, dass neben der direkten Förderung zusätzlich die Möglichkeit der Erstattung der auf Brennstoffe gezahlten Steuern besteht.

Der KWK-Zuschlag

Die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung folgt einer anderen Logik als die Förderung der Photovoltaik. Eine Einspeisevergütung kennt das KWK-Gesetz nicht, sondern nur den KWK-Zuschlag. Dieser wird zusätzlich zum Verkaufspreis gezahlt. Für KWK-Anlagen, die nach dem 18.07.2012 in Betrieb genommen wurden oder werden, gelten folgende Sätze: Für den elektrischen Leistungsanteil bis 50 Kilowatt beträgt der Zuschlag 5,41 Cent pro Kilowattstunde. Für den Leistungsanteil zwischen 50 und 250 Kilowatt wird ein Zuschlag von 4 Cent pro Kilowattstunde gewährt. Für den darüber hinaus gehenden Leistungsanteil liegt die Förderung zwischen 2,4 und 1,8 Cent pro Kilowattstunde. Diese Förderung ist befristet. Kleinanlagen bis 50 Kilowatt werden zehn Jahre lang gefördert, bei größeren Anlagen ist der KWK-Zuschlag auf 30.000 Betriebsstunden begrenzt, wobei Betriebsstunden mit geringerer Leistung nur anteilig gezählt werden.

Leistung Vergütung
Leistungsanteil bis 50 Kilowatt 5,41 Cent pro Kilowattstunde
Leistungsanteil zwischen 50 und 250 Kilowatt 4 Cent pro Kilowattstunde
Leistungsanteil zwischen 250 Kilowatt und 2 Megawatt 2,4 Cent pro Kilowattstunde
Leistungsanteil über 2 Megawatt 1,8 Cent pro Kilowattstunde

Der KWK-Index

Zusätzlich zum KWK-Zuschlag erhält der Anlagenbetreiber seinen Strom vom Netzbetreiber zum marktüblichen Preis vergütet. Damit dieser Preis nicht stündlich oder gar minütlich ermittelt werden muss, wird für jede Kilowattstunde der Durchschnittspreis an der Strombörse aus dem vergangenen Quartal gezahlt. Genauer formuliert handelt es sich um den Durchschnittspreis für Grundlaststrom, der im letzten Quartal an der Strombörse EEX erzielt wurde. Dieser wird als KWK-Index oder auch als EEX-Baseload bezeichnet. Damit sind Betreiber von KWK-Anlagen zwar nicht von kurzfristigen Preissprüngen im Tagesverlauf betroffen, wohl aber von der längerfristigen Entwicklung des Strompreises. Seit Anfang 2010 weist der KWK-Index einen sehr wechselhaften Verlauf auf und schwankt in den Grenzen von 4,04 und 5,36 Cent. Sollten Besitzer von neuen Mini-BHKW mit einem KWK-Zuschlag von 5,41 Cent zukünftig von denselben Schwankungen betroffen sein, würden die Einnahmen pro Kilowattstunde also zwischen 5,41+4,04=9,45 Cent und 5,41+5,36=10,77 Cent schwanken. Das bedeutet eine gewisse Unsicherheit in der Kalkulation, verglichen mit den festen Vergütungen des EEG. Andererseits sind Blockheizkraftwerke aber auch nicht von Schwankungen bei Sonne und Wind abhängig.

Direktvermarktung mit Preisrisiko

Die Einnahmen aus einer KWK-Anlage sind nicht in voller Höhe langfristig garantiert, sondern hängen von der Entwicklung des Strompreises an der Strombörse ab (KWK-Index bzw. EEX-Baseload). Diese ist schwer vorhersehbar. Der möglicherweise vorhandene Eindruck, Strompreise kennen nur die Richtung nach oben, täuscht jedenfalls. Das galt in der Vergangenheit nur für die Verbraucherpreise, nicht für die Börsenpreise.

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