Deponiegas

Mülldeponien gehören weltweit zu den größten Produzenten von Treibhausgasen. Bei der natürlichen Verrottung von Müll entsteht sogenanntes Deponiegas, das neben Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) auch Spuren von weiteren Schadstoffen enthält. Deponiegas darf nicht einfach in die Umwelt abgeleitet werden. Zusammengerechnet emittieren alle Mülldeponien Deutschlands Deponiegas mit einem Brennwert von etwa 1,3 Millionen Tonnen Öl, ein Potenzial, das nicht ungenutzt bleiben sollte.

Energieträger für Blockheizkraftwerke

Deponiegase können dank ihres hohen Methananteils problemlos als Brennstoff in einem BHKW eingesetzt werden. Um eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen, müssen nur Entgasungsschächte über ein Rohrleitungssystem mit dem BHKW verbunden werden. Bei größeren Mülldeponien können zusätzlich noch private Haushalte mit dem produzierten Strom und der Wärme versorgt werden. Das BHKW Kornharpen bei Bochum wird z.B. ausschließlich mit Deponiegasen betrieben und versorgt ca. 11.000 Haushalte mit Strom und ca. 2.500 Haushalte mit Fernwärme. Als Zusatzeffekt reduziert sich die Umweltbelastung durch schädliche Stoffe beträchtlich, da diese entweder verbrennen oder zu umweltfreundlicheren Gasen umgewandelt werden. Teilweise werden bei der Verbrennung neue schädliche Verbindungen erzeugt, die durch eine zusätzliche Abgasreinigung ausgefiltert werden können.

Effektive Nutzung von Deponiegasen

Um Deponiegase effektiv zu nutzen, muss das Blockheizkraftwerk in der Nähe der Deponie stehen. Kurze Entfernungen sind jedoch durchaus über das Leitungssystem überbrückbar. Darüber hinaus lohnt sich der Einsatz nur, wenn die Deponie noch relativ frisch angelegt wurde, da die Methangas-Produktion nur über einen durchschnittlichen Zeitraum von sechs Jahren stabil bleibt und danach deutlich abnimmt. Bei der Fernwärmeproduktion muss außerdem eine Nähe zu einer größeren Stadt bedacht werden, damit es genügend Abnehmer für die Überproduktion gibt. In der Regel werden BHKW-Anlagen an Deponien in mobilen Containern genutzt, deren Standort sich flexibel verschieben lässt, wenn die Deponie nicht mehr genügend Gas produziert.

Hersteller Website
Bosch KWK Systeme www.bosch-kwk.de
ETW Energietechnik www.etw-energie.de
Pro2 www.pro2.com