KWKG 2016: Das ist neu

Zum 01. Januar 2016 ist das neue Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) in Kraft getreten. Der Verabschiedung des KWKG 2016 im Bundestag gingen lange Diskussionen voraus, in denen teilweise deutlich Einschnitte bei der Förderung vorgeschlagen wurden. Die dadurch verursachte Unsicherheit ließ insbesondere die Nachfrage nach Nano-BHKW mit einer elektrischen Leistung von maximal 2,5 Kilowatt dramatisch einbrechen.

Der Rückgang der Neuinstallationen um 30 Prozent hat den Gesetzgeber dazu veranlasst, in letzter Minute noch Veränderungen am Gesetzentwurf vorzunehmen. Insgesamt können die Hersteller von BHKW mit den Neuregelungen daher durchaus zufrieden sein. Dass einige von ihnen dennoch in ernste Schwierigkeiten geraten sind, liegt nicht an den Inhalten des neue KWKG, sondern an der zu langen Phase der Unsicherheit zwischen seiner Ankündigung und seiner Verabschiedung. Während die Politik in diesem Punkt aus Fehlern der Vergangenheit offenbar nicht gelernt hat, hat sie es in anderer Hinsicht sehr wohl getan. Das KWKG 2016 sieht lange Übergangsfristen vor, während derer die Betreiber zwischen der alten und den neuen Förderung wählen können. Damit wurde der ansonsten oft zu beobachtende Vorzieheffekt vermieden, der dazu führte, dass sich Neuinstallationen in den letzten Wochen vor einer Gesetzesänderung ballten.

Neue Fördersätze

Bislang wurde Strom aus kleinen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit einem Zuschlag von 5,41 Cent pro Kilowattstunde gefördert. Dabei spielte es keine Rolle, ob der Strom selbst verbraucht oder ins Stromnetz eingespeist wurde. Mit dem KWKG 2016 wird erstmals eine Unterscheidung zwischen Einspeisung und Eigenverbrauch eingeführt. Für selbst verbrauchten Strom sinkt der Zuschlag auf vier Cent, für eingespeisten Strom steigt er auf acht Cent. Dennoch bleibt der Eigenverbrauch die günstigere Alternative. Jede weniger bezogene Kilowattstunde Netzstrom schlägt mit rund 25 Cent zu Buche. Der um vier Cent höhere Zuschlag reicht bei Weitem nicht aus, um dies zu kompensieren. Darüber hinaus sieht das KWKG 2016 einen Mechanismus vor, mit dem die freie Regelbarkeit von Blockheizkraftwerken ausgenutzt werden soll: Wird der Strom während eines aktuellen Überangebots mit negativem Strompreis an der Strombörse eingespeist, entfällt der Zuschlag. Wer mangels technischer Ausrüstung den geforderten detaillierten Nachweis nicht führen kann, muss pauschale Abschläge in Höhe von fünf Prozent hinnehmen.

Neue Bemessung der Förderdauer

Neu ist ebenfalls, dass die Höchstdauer der Förderung nicht mehr pauschal zehn Jahre beträgt, sondern 60.000 Betriebsstunden bei voller Leistung. Betriebszeiten mit geringerer Leistung werden anteilig berücksichtigt. Da nur wenige Anlagen mehr als 6000 Betriebsstunden pro Jahr aufweisen, bedeutet dies keine Einschränkung der Förderung. Diese Regelung ermöglicht es sogar, neue Anlagen größer zu dimensionieren, um beispielsweise Bedarfsspitzen abdecken zu können. Wenn die Anlage während der meisten Betriebsstunden mit verminderter Leistung betrieben wird, verlängert sich dadurch die Dauer der Förderung.

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