KWK-Index 3. Quartal 2015

Anders als das EEG sieht das KWK-Gesetz keine gesetzlich festgeschriebene Vergütung für den ins Stromnetz eingespeisten Strom vor. Stattdessen setzt sich die Vergütung pro Kilowattstunde aus einem fixen KWK-Zuschlag und einem variablen Anteil zusammen, der dem durchschnittlichen Preis für Grundlaststrom aus dem Vorquartal entspricht. Dieser wird als KWK-Index oder auch als EEX-Baseload bezeichnet. Für kleine KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 50 Kilowatt beträgt der KWK-Zuschlag 5,41 Cent pro Kilowattstunde. Der KWK-Index folgt hingegen dem Grundlaststrompreis an der Leipziger Strombörse.

Im Jahr 2011 lag der KWK-Index noch deutlich über 5 Cent pro Kilowattstunde, seitdem weist die Tendenz nach unten. Im dritten Quartal 2015 betrug er 3,284 Cent pro Kilowattstunde. Gegenüber dem Vorquartal bedeutet dies einen Anstieg um fast 16 Prozent, gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres einen Anstieg um etwa 4,3 Prozent.

Stabilisierung auf niedrigem Niveau

Der Anstieg um 16 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal ist keineswegs als Trendwende zu deuten, sondern primär als übliche saisonale Schwankung. In den Sommermonaten steigt das Angebot an Solarstrom aus Photovoltaikanlagen, damit sinkt der Strompreis an der Börse. 2015 fiel der Strompreis im Sommer an einigen Tagen nahezu auf Null, in den Vorjahren gab es sogar Tage mit negativen Strompreisen. Daran zeigt sich, dass die üblichen Mechanismen der Preisbildung an einer Börse nur eingeschränkt funktionieren, wenn Produzenten ihr Produkt zwingend sofort verkaufen müssen. Solche Tage extrem niedriger Strompreise drücken den Durchschnittspreis in den besonders sonnereichen Monaten von Juli bis September erheblich. Auch die Steigerung um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutet nicht auf eine Trendwende hin, sondern liegt auf dem durch hohe Preisschwankungen gekennzeichneten Strommarkt innerhalb der statistischen Schwankungsbreite. Insgesamt kann also lediglich von einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau gesprochen werden.

Extreme Preisschwankungen

Bei nahezu jedem anderen Produkt wäre ein Anstieg des 3-monatigen Durchschnittspreises um 4,3 Prozent innerhalb eine Jahres als klarer Trend zu interpretieren. Aber die täglichen Schwankungen des Strompreises sind derart groß, dass solche Schwankungen auch zufällig auftreten können. Dies verdeutlicht zum Beispiel ein Blick auf die (gerundeten) täglichen Durchschnittspreise vom 03. bis zum 0.7 September 2015, jeweils in Cent pro Kilowattstunde: 4,1 / 3,3 / 2.0 / 0,1 / 3,3. Bei einer so hohen Streuung der Einzelwerte sind Mittelwerte wenig aussagekräftig: Wäre der 03. September auch ein sehr sonniger Tag mit einem Strompreis von 0,1 statt 4,1 Cent pro Kilowattstunde gewesen, blieben von den 4,3 Prozent Steigerung nur noch 2,8 Prozent übrig.

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